Erfahrungen mit der JuniorAkademie

Das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen richtet jedes Jahr in den Sommerferien die JuniorAkademien NRW für Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 aus. Die Akademien bieten die Möglichkeit, sich intensiv mit spannenden Themen auseinanderzusetzen, die weit über den normalen Schulunterricht hinausgehen. Dabei geht es nicht nur um fachliches Lernen, sondern auch um Kreativität, Teamarbeit und den Austausch mit Gleichgesinnten.

Wir hatten das große Glück, in diesem Jahr für die JuniorAkademie NRW nominiert zu werden. Noch größer war die Freude, als wir tatsächlich eine Zusage erhielten, denn jedes Jahr gibt es deutlich mehr Bewerberinnen und Bewerber als verfügbare Plätze. Mit jeder Woche stieg die Vorfreude, bis schließlich der Anreisetag gekommen war. Plötzlich standen wir, Maria in Ostbevern und Sophie in Jülich, an zwei beeindruckenden Akademiestandorten und wussten nicht genau, was uns in den nächsten zehn Tagen erwarten würde.

Anfangs waren wir beide etwas nervös. Wir kannten niemanden und fragten uns, ob wir schnell Anschluss finden würden. Diese Sorgen waren jedoch schon nach kurzer Zeit verschwunden. Alle Teilnehmenden waren offen, freundlich und neugierig. Von Tag zu Tag wuchsen wir stärker zusammen und aus anfänglichen Bekanntschaften entstanden echte Freundschaften.

Obwohl die Akademien an unterschiedlichen Orten stattfanden, war der Tagesablauf nahezu identisch. Wer wollte, konnte bereits um 6:30 Uhr am freiwilligen Frühsport teilnehmen. Nach dem Frühstück trafen sich alle um 8:30 Uhr zur sogenannten Assembly, bei der organisatorische Informationen und das Tagesprogramm besprochen wurden. Anschließend begann von 9:00 bis 12:30 Uhr die erste Kursschiene. Nach dem Mittagessen blieb etwas Zeit zum Entspannen, bevor um 14:00 Uhr Chor oder Sport stattfanden. In den ersten beiden Tagen nahmen alle am Chor teil, danach konnte man sich zwischen Chor und Sport entscheiden. Von 16:00 bis 18:00 Uhr folgte die zweite Kursschiene. Nach dem Abendessen standen schließlich das Orchester sowie die kursübergreifenden Angebote, die sogenannten KüAs, auf dem Programm. Um 22:00 Uhr endete der Tag mit der Nachtruhe.

Auch das Essen überzeugte uns sehr. Morgens gab es frische Brötchen, Müsli, Obst und Toast. Mittags standen mehrere warme Gerichte sowie ein umfangreiches Salatbuffet zur Auswahl. Abends konnte man sich selbst Brote zubereiten und zusätzlich zwischen verschiedenen Beilagen und kleinen warmen Speisen wählen. So war immer für jeden Geschmack etwas dabei.

Ein besonders wichtiger Teil der Akademie waren natürlich die Kurse.

Marias Erfahrungen in Ostbevern

In Ostbevern wurden alle Kurse auf Englisch angeboten. Zur Auswahl standen Nanotechnology, Investigating the Physical Universe, The Flip Side of Climate Change und Acoustics – Math Meets Music.

Ich, Maria, habe mich für den Kurs Investigating the Physical Universe entschieden, weil mich Astronomie und Physik schon immer fasziniert haben. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung. Wir beschäftigten uns mit Themen, die weit über den Schulstoff hinausgehen, darunter der Lebenszyklus von Sternen, Exoplaneten, Schwarze Löcher, Gravitation, die Entstehung von Planeten sowie grundlegende Aspekte der Quantenphysik. Besonders spannend war, dass wir nicht nur Vorträge hörten, sondern auch diskutierten, experimentierten und eigene Fragen einbringen konnten.

Dass der gesamte Kurs auf Englisch stattfand, war deutlich einfacher als erwartet. Niemand sprach perfektes Englisch, weshalb wir uns gegenseitig unterstützten. Unsere Kursleiterinnen erklärten schwierige Inhalte geduldig und sorgten dafür, dass alle mitkommen konnten.

Ein besonderes Highlight war für mich ein Projekttag zum Thema Schwarze Löcher. Während wir einen wissenschaftlichen Dokumentarfilm ansahen, konnten wir Modelle von Planeten und anderen astronomischen Objekten gestalten, die zuvor mit einem 3D-Drucker hergestellt worden waren. Dadurch wurden viele der behandelten Themen noch anschaulicher.

Nach den ersten Tagen entschied ich mich außerdem, im Chor zu bleiben. Gemeinsam erarbeiteten wir mehrere Musikstücke, die wir später bei der Abschlussveranstaltung aufführten.

Sophies Erfahrungen in Jülich

In Jülich konnten wir zwischen den Kursen Psychologie, Künstliche Intelligenz, Graphentheorie und Microcontrolling wählen.

Ich, Sophie, entschied mich für den Kurs Psychologie und war mit meiner Wahl mehr als zufrieden. Von Anfang an waren die Themen unglaublich spannend und die Atmosphäre im Kurs großartig. Gemeinsam beschäftigten wir uns mit verschiedenen Bereichen der modernen Psychologie, darunter Persönlichkeit, Wahrnehmung, sozialpsychologische Effekte und die sogenannte Dunkle Triade mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie.

Besonders gefallen hat mir, dass wir viele psychologische Fragestellungen durch kleine Experimente, Diskussionen und Gruppenarbeiten selbst untersuchen konnten. Dadurch fühlte sich der Kurs oft eher wie echte wissenschaftliche Arbeit als wie Unterricht an.

Unsere Kursleiter waren immer motiviert, humorvoll und offen für Fragen. Gleichzeitig schafften sie es, auch komplexe Inhalte verständlich zu erklären. Dadurch entstand eine tolle Lernatmosphäre, in der man gerne mitarbeitete und viel Neues mitnahm.

Wie Maria entschied auch ich mich nach den ersten Tagen, im Chor zu bleiben. Zusätzlich spielte ich im Orchester mit. Gemeinsam probten wir mehrere Musikstücke, die wir am Ende der Akademie präsentieren durften. Die Proben waren zwar anspruchsvoll, machten aber gleichzeitig unglaublich viel Spaß.

KüAs – Lernen von den Teilnehmenden

Zu unseren absoluten Highlights gehörten die kursübergreifenden Angebote, kurz KüAs. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bereitete ein eigenes Angebot vor und gestaltete eine etwa 70-minütige Einheit. Die Themen waren unglaublich vielfältig: von Sportarten über kreative Hobbys bis hin zu Spielen, Sprachen oder wissenschaftlichen Themen.

Gerade dadurch konnten wir viele neue Dinge ausprobieren und die Interessen der anderen kennenlernen. Gleichzeitig war es spannend, selbst einmal in die Rolle einer Kursleitung zu schlüpfen und ein eigenes Angebot zu gestalten.

Ein gelungener Abschluss

Während der gesamten Akademie arbeiteten wir auf die große Abschlussveranstaltung hin. Am letzten Tag präsentierten alle Kurse ihre Ergebnisse vor Eltern, Gästen und Vertretern des Schulministeriums. Jeder Kurs stellte vor, womit er sich in den vergangenen Tagen beschäftigt hatte und welche Erkenntnisse gewonnen wurden. Ergänzt wurden die Präsentationen durch Auftritte von Chor und Orchester.

Die Abschlussveranstaltung war ein besonderer Moment, weil wir dort noch einmal sehen konnten, womit sich die anderen Kurse beschäftigt hatten. Gleichzeitig wurde uns bewusst, wie viel wir in den vergangenen Tagen gelernt und erlebt hatten.

Dann hieß es leider Abschied nehmen. Die Zeit war viel zu schnell vergangen. Obwohl wir uns am Anfang nicht kannten, fühlte es sich am Ende so an, als würden wir viele der anderen schon seit Jahren kennen. Wir haben unglaublich viel gelernt, neue Freundschaften geschlossen und zahlreiche Erfahrungen gesammelt, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Wir sind sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten, an der JuniorAkademie NRW 2026 teilzunehmen, und können diese Erfahrung jedem empfehlen, der die Chance dazu bekommt.

von Sophie Petek & Maria Reichelt