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„Wege im Wandel“ – Erfolg beim Geschichtswettbewerb
03.06.2026 | Geschichte, Wettbewerb

Unsere Projektgruppe hat beim bundesweiten Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ einen großen Erfolg erzielt. Mit ihrem selbst entwickelten Brettspiel „Wege im Wandel – Ein Spiel von Entscheidungen und Begegnungen“ gehört die Gruppe zu den ausgezeichneten Beiträgen. Welche Platzierung es genau wird, erfahren die Schülerinnen und Schüler erst bei der Preisverleihung in Berlin. Fest steht aber schon jetzt: Die Gruppe darf sich über einen ersten, zweiten oder dritten Platz freuen.
Der Wettbewerb richtet sich an Jugendliche, die sich mit den Veränderungen in Deutschland seit der Einheit beschäftigen. In der aktuellen Wettbewerbsrunde stand das Thema „Neue Begegnungen“ im Mittelpunkt. Genau hier setzte die Projektgruppe des SGW an: Sie fragte danach, wie sich Lebenswege durch die Umbrüche rund um die Friedliche Revolution, den Mauerfall und die deutsche Einheit verändert haben – und welche Rolle Begegnungen dabei spielen.
Begleitet von Herrn Köhler traf sich eine bunt zusammengewürfelte Projektgruppe aus acht Schüler:innen der 9, 10 und Q1 regelmäßig nachmittags in der 7. oder 8. Stunde. Aus vielen Ideen, Gesprächen, Recherchen und Entwürfen entstand Schritt für Schritt ein Brettspiel, das die Geschichte nach dem Mauerfall aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar macht.


Im Mittelpunkt von „Wege im Wandel“ stehen zwei Lebensgeschichten: Klaus und Oliver. Wer das Spiel spielt, entscheidet sich für eine der beiden Figuren und begleitet sie durch die Umbruchszeit nach dem Mauerfall. Klaus erlebt als Offizier der NVA die Eingliederung in die Bundeswehr, die für ihn auch mit persönlichen Rückschlägen und Ernüchterung verbunden ist. Oliver, der eine Zeit lang in einem Kinderheim in der DDR aufwächst, muss in einer Zeit großer Veränderungen neue soziale Kontakte knüpfen. Grundlage beider Figuren sind authentische Geschichten aus dem familiären Umfeld der Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer.
Im Spiel treffen die Figuren immer wieder auf Ereignisse, die sie nicht selbst beeinflussen können. An anderen Stellen müssen die Spielenden Entscheidungen treffen und mit den Folgen weitergehen. Jede Entscheidung verändert den weiteren Verlauf des Spiels – und auch die Werte, die auf den Karten festgehalten werden: Familie, Karriere, Würde und Vertrauen in den Staat. So entsteht kein festgelegter Lebensweg, sondern ein Spiel mit vielen möglichen Verläufen. Es gibt dabei kein klassisches Gewinnen oder Verlieren. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wie Begegnungen, historische Umstände und persönliche Entscheidungen ein Leben prägen können.
Die Projektgruppe dachte dabei von Anfang an über den Wettbewerb hinaus. „Wege im Wandel“ soll nicht nur eingereicht, sondern auch wirklich gespielt werden. Das Brettspiel eignet sich besonders für den Einsatz im Geschichtsunterricht, weil Schülerinnen und Schüler historische Entwicklungen nicht nur nachlesen, sondern aus der Perspektive einzelner Menschen nachvollziehen können. Außerdem ist das Spiel offen angelegt: Durch weitere recherchierte Lebensgeschichten können neue Figuren, neue Kartenstapel und neue Perspektiven ergänzt werden. So sollen möglichst bald viele Schülerinnen und Schüler von dieser besonderen Form des Lernens profitieren.

Emily aus der Q1 bringt diese Idee so auf den Punkt: „Das Besondere ist, dass es um Menschen geht, die wirklich existieren. Man kann ihre Lebensgeschichte im Spiel nachvollziehen.“ Gerade dadurch unterscheidet sich „Wege im Wandel“ von vielen klassischen Zugängen zur Geschichte. Die Schülerinnen und Schüler lesen nicht nur über die Zeit nach 1989/90, sondern versetzen sich in konkrete Situationen, wägen Möglichkeiten ab und erleben, dass Entscheidungen immer auch von den Umständen ihrer Zeit geprägt sind.
Romeo beschreibt, warum das kreative Arbeiten für das historische Lernen so wertvoll war: „Man lernt Geschichte auf einem anderen Weg – und das bleibt ganz anders im Kopf.“ Genau diese Erfahrung prägt das Projekt. Die Arbeit mit realen Erinnerungen, eigenen Recherchen und spielerischen Entscheidungen eröffnet einen Zugang, der persönliche Geschichten ernst nimmt und historische Zusammenhänge lebendig macht.
Am 15. Juni wartet in Berlin der Höhepunkt des Wettbewerbs auf die Projektgruppe: Bei der Preisverleihung erfährt sie, ob „Wege im Wandel“ mit einem ersten, zweiten oder dritten Platz ausgezeichnet wird. Überreicht wird der Preis von Mirko Drotschmann, vielen bekannt als „MrWissen2go“. Die Gruppe reist bereits einen Tag früher an und nutzt die Gelegenheit, auch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zu besuchen. So wird aus der Auszeichnung zugleich eine besondere Fahrt zu einem Ort deutscher Geschichte.
Wir gratulieren der gesamten Projektgruppe herzlich zu diesem Erfolg und drücken für die Preisverleihung in Berlin fest die Daumen. Schon jetzt zeigt „Wege im Wandel“, wie viel entstehen kann, wenn Schülerinnen und Schüler eigene Fragen stellen, kreativ arbeiten und Geschichte mit persönlichen Lebenswegen verbinden.


Der Wettbewerb „Umbruchszeiten“ wird in diesem Jahr zum dritten Mal von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland ausgerichtet.
Neuigkeiten – auch zur Preisverleihung – gibt es auf dem dazugehörigen Instagram-Account @umbruchszeiten_